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Europäische Technologieaktien im dritten Quartal 2026

Chipfertigungsanlagen, maritime Roboter, Satelliten, Cybersicherheit und RNA-Editierung. Fünf Entwicklungen geben Einblick in die Unternehmen hinter europäischen Technologieaktien.

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Ein schnelleres Rechenzentrum muss Daten zwischen seinen Prozessoren übertragen können. Eine Marine muss Unterwasserminen beseitigen. Eine Fabrik muss steuern, wer auf ihre Systeme zugreifen darf. Jedes dieser Probleme eröffnet Chancen für Unternehmen mit sehr spezialisiertem Wissen.

Das macht es interessant, Europas kleinere Technologieunternehmen näher kennenzulernen. Ihre Produkte können mehrere Schritte von den allseits bekannten Namen entfernt sein und trotzdem eine unverzichtbare Aufgabe im Gesamtsystem erfüllen. Ankündigungen von Juli bis September 2026 zeigen auf fünf unterschiedliche Arten, wie Technologie und Nachfrage zusammenhängen.

Halbleiter: AIXTRON liefert die Anlagen hinter optischen Verbindungen

AIXTRON SE baut Anlagen zur Herstellung von Verbindungshalbleiter-Bauteilen. Dazu gehören auch die Laser, die Daten durch optische Netze übertragen. Die Kunden fertigen die Bauteile; AIXTRON liefert die Produktionsanlagen.

In seiner Mitteilung vom 30. Juli meldete das deutsche Unternehmen eine starke Nachfrage nach optoelektronischen Anlagen. Größere Lieferungen von Systemen für die Laserproduktion sollten im Q3 beginnen. Ein bereits im Mai gemeldeter Auftrag macht den Bezug zur KI konkreter: Lumentum wählte AIXTRON-Anlagen, um die Produktion für schnelle optische Netze in KI-Rechenzentren auszubauen.

Damit ist AIXTRON neben seinen anderen Halbleitermärkten auch an der Infrastruktur für KI beteiligt. Diese Märkte entwickelten sich unterschiedlich schnell. Der Bericht vom Juli beschrieb weiterhin eine schwache Nachfrage in der Leistungselektronik und einen niedrigeren Halbjahresumsatz als im Vorjahr. Die steigenden Auftragseingänge waren ermutigend, doch die Kunden mussten die Anlagen erst erhalten, bevor sich diese Nachfrage vollständig im Umsatz niederschlagen konnte.

Robotik: Exail bringt die Minenabwehr auf kleinere Boote

Exail Technologies SA kombiniert Unterwasserfahrzeuge, Ortungstechnik und Software, damit Marinen Minen identifizieren und unschädlich machen können. Zur praktischen Herausforderung gehört auch, die Ausrüstung an ihren Einsatzort zu bringen.

Am 15. Juli meldete Exail einen Auftrag einer europäischen Marine über drei leichte Minenabwehrsysteme, die von Festrumpfschlauchbooten aus eingesetzt werden. Nach Angaben von Exail kann eine dreiköpfige Besatzung das System bedienen. Es ist für sehr flaches Wasser und Orte ausgelegt, an denen größere Schiffe nicht operieren können.

Interessant ist das vollständige Paket: Fahrzeuge nähern sich einer vermuteten Mine, Ortungstechnik bestimmt ihre Position und Software koordiniert den Einsatz. Ein kleineres Boot eröffnet der Technologie eine weitere Einsatzmöglichkeit.

Das Quartal brachte auch eine bedeutende Entwicklung bei den Eigentumsverhältnissen. Thales und Exail unterzeichneten eine Vereinbarung für eine geplante Übernahme, die noch behördliche Genehmigungen benötigt. Wer die Aktie verfolgt, sollte deshalb neben dem Geschäft mit maritimer Robotik auch diese Transaktion im Blick behalten.

Raumfahrt: OHB erhält eine Rolle in Europas Kommunikationsnetz

OHB SE zeigt, wie Europas Wunsch nach unabhängigerer Infrastruktur zu Aufträgen für einen börsennotierten Technologieanbieter werden kann.

Am 31. August kündigte das deutsche Raumfahrtunternehmen einen Vertrag über fast 1 Milliarde Euro mit dem Satellitenbetreiber SES an. OHB wird achtzehn Satellitenplattformen für den Teil von IRIS² in der mittleren Erdumlaufbahn entwickeln und bauen. IRIS² ist das geplante sichere Kommunikationsnetz der EU.

Das Programm soll öffentlichen und privaten Nutzern widerstandsfähige Kommunikation bieten, auch für Dienste zur Unterstützung kritischer Infrastruktur. Für OHB benennt die Ankündigung einen Kunden, eine klar abgegrenzte technische Aufgabe und ein umfangreiches Arbeitsprogramm.

Dazu gehört ein langer Lieferzeitplan. OHB nannte in der Ankündigung 2029 für die ersten IRIS²-Starts und 2030 für die ersten Dienste. Die nächsten Jahre der Entwicklung und Produktion werden ebenso wichtig sein wie die Vertragsunterzeichnung.

Cybersicherheit: WALLIX folgt den Verbindungen in die Fabrik

WALLIX GROUP SA entwickelt Software, die den Zugriff auf sensible Systeme steuert. In industriellen Umgebungen bedeutet das, Verbindungen von Menschen und Maschinen mit den jeweils passenden Berechtigungen zu verwalten.

Am 24. September gab WALLIX bekannt, dass Deloitte Germany seinem internationalen Allianzprogramm beigetreten ist. Die Unternehmen wollen industrielle Demonstrationen in Deloittes Smart Factory Lab in Düsseldorf entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Identitäts- und Zugriffskontrollen in vernetzten Umgebungen, auch für KI-Agenten.

Ein Beratungs- und Integrationspartner kann Kunden helfen, das Produkt eines kleineren Softwareanbieters in ein größeres Projekt einzubinden. Darin liegt hier die geschäftliche Möglichkeit. Die Ankündigung beschreibt eine Partnerschaft und geplante Demonstrationen; Kundeneinsätze und Verkäufe müssen zeigen, wie viel Geschäft daraus entsteht.

Biotechnologie: ProQR bringt einen weiteren RNA-Editierungskandidaten in die Erprobung am Menschen

ProQR Therapeutics N.V. entwickelt Behandlungen, die RNA bearbeiten, also die Anweisungen, mit denen Zellen Proteine herstellen. Der Ansatz nutzt Bearbeitungsmechanismen, die bereits in menschlichen Zellen vorhanden sind.

Am 9. September meldete das niederländische Unternehmen, dass der erste gesunde Freiwillige AX-0811 in einer Phase-1-Studie erhalten hatte. Der Kandidat soll ein Protein verändern, das am Transport von Gallensäuren in Leberzellen beteiligt ist. Ziel ist es, eine schädliche Ansammlung von Gallensäuren bei bestimmten Lebererkrankungen zu verringern.

Das ist eine interessante Anwendung der RNA-Editierung: das Verhalten eines Proteins verändern, um ein konkretes biologisches Problem anzugehen. Es handelt sich aber weiterhin um eine frühe klinische Entwicklung. Die Studie untersucht die Sicherheit, das Verhalten der Behandlung im Körper und Hinweise darauf, dass sie ihr vorgesehenes Ziel beeinflusst. Sie belegt noch keine Verbesserung der Gesundheit von Patienten.

In seiner September-Mitteilung erwartete ProQR für Anfang Januar 2027 Ergebnisse zur Wirkung am Zielmolekül aus den ersten beiden Teilnehmergruppen. Diese Ergebnisse sollten Lesern eine konkretere Grundlage geben, um das AX-0811-Programm zu verfolgen.

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