OHB erhält 554-Mio.-Euro-Auftrag als Hauptauftragnehmer für neuen Sentinel-3-Satelliten
Die ESA hat OHB als Hauptauftragnehmer für den nächsten Sentinel-3-Topographiesatelliten ausgewählt. Der Auftrag ist groß, Umsatz und Gewinn entstehen jedoch über ein mehrjähriges Programm.
OHB SE hat einen Auftrag über mehr als 554 Millionen Euro zur Entwicklung des nächsten Sentinel-3-Topographiesatelliten für die Europäische Weltraumorganisation erhalten. Der Satellit wird Teil von Copernicus, Europas Erdbeobachtungsprogramm, und soll Meeresspiegel, Binnengewässer und Eis vermessen. Der Vertrag enthält eine Option auf einen zweiten Satelliten.
OHB System übernimmt als Hauptauftragnehmer die Koordination eines europäischen Industriekonsortiums und entwickelt zugleich das Raumfahrzeug. Diese Rolle passt zum bestehenden Geschäft: OHB baut Satellitenplattformen, integriert Spezialinstrumente und führt das Gesamtsystem durch die Tests. Der Auftragswert entspricht rund 46% von OHBs Umsatz 2025 von 1,22 Milliarden Euro, ist aber nicht als Umsatz eines einzelnen Jahres zu verstehen.
Raumfahrtprogramme laufen über mehrere Jahre, und ein Teil des Vertragswerts kann an Konsortialpartner und Lieferanten fließen. OHB hat weder Zeitplan, Umsatzrealisierung, Marge und Unterauftragnehmeranteil noch den Wert der Option für den zweiten Satelliten genannt. Die 554 Millionen Euro sind daher ein vertraglich vereinbarter Programmwert, kein sofortiger Umsatz oder Gewinn.
Der Auftrag ergänzt nach dem im August angekündigten IRIS²-Vertrag für Satellitenplattformen über knapp 1 Milliarde Euro ein weiteres großes europäisches institutionelles Projekt. Er stützt zudem OHBs Anspruch, komplexe Raumfahrtprogramme zu führen und nicht nur Komponenten zu liefern. Die nächsten wichtigen Hinweise werden der Programmzeitplan, die Entwicklung des Auftragsbestands und der Fortschritt bei Konstruktion, Montage und Tests sein.
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